Drei Gründe, warum sich Frauen mit Finanzen so schwer tun, und was du dagegen tun kannst:

#1: Trenne Geld-Glaubenssätze von Fakten.

Geld ist ein Tauschmittel. Das ist alles. Alles andere geschieht in unseren Köpfen. Unser  Wissen über Geld basiert nicht auf Fakten, sondern auf familiären und persönlichen Erfahrungen und Überzeugungen, auf sozialen Normen, Marketing und Mediengeschichten. Wir entwickeln eine Denkweise in Bezug auf Geld, die unser Handeln bestimmt. Wenn Du denkst: „Ich werde nie Geld haben“ – rate, was passiert: Du wirst nie Geld haben! Wenn Du Deine Geld-Glaubenssätze kennst, hast Du die Möglichkeit, sie zu Deinen Gunsten zu verändern.

Aufgabe: Lerne so viel wie möglich über Geld aus verschiedenen Quellen wie Blogs, Finanzpodcasts, Büchern, TED-Vorträgen usw. Befolge nie den Rat von Eltern, Freunden oder Bankangestellten, es sei denn, sie leben so, wie Du leben möchtest. 

#2: Kenne Deine Ziele.

Wenn du weißt, wie Du leben möchtest, kannst Du Geld zu Deinem Werkzeug machen. Ansonsten bestimmt Geld, wie Du lebst. 

Aufgabe: Bastele Dir ein Vision Board und lasse Dich von Deinen eigenen Träumen inspirieren.

#3: Kenne Deine Zahlen.

Wenn Du gerne isst, aber nicht gerne kochst, kannst Du ins Restaurant gehen. Du bezahlst dafür und weißt sofort, ob das Essen gut war, oder nicht. Wenn Du Geld magst, aber keine Zahlen, kannst Du jemand anderen Dein Geld verwalten lassen. Schlechte Idee. Die Sache mit dem Geld ist, dass Du bei den Leuten, die sich um Dein Geld kümmern, nie sicher sein kannst, dass sie wirklich in Deinem Interesse handeln. Vielleicht merkst Du eines Tages, dass diese Leute einen schlechten Job gemacht haben. Aber dann ist es zu spät. Es führt kein Weg an der Tatsache vorbei, dass Du Dich um Dein eigenes Geld kümmern musst. Und der Umgang mit Geld ist der Umgang mit Zahlen, das liegt in der Natur des Geldes. Und es wird noch schlimmer: Es geht um Mathematik. Die gute Nachricht: Es gibt immer ein digitales Tool, das die Mathematik für Dich erledigt. Und hey, die meisten davon sind sogar kostenlos. Also tief einatmen und los geht’s: Kannst Du Dein Vermögen beziffern? Kennst Du Dein monatliches Einkommen? Deine durchschnittlichen monatlichen Ausgaben? Deine monatlichen/jährlichen Budgets für Fixkosten, Essen, Freizeit, Urlaub usw.? Den Anteil der fixen und der flexiblen Kosten?

Aufgabe: Mache eine Vermögensaufstellung, führe ein Haushaltsbuch und erstelle monatliche Budgets. 

#4: Bezahle zuerst Dich selbst, dann alles andere! 

Bis zum Monatsende zu warten und zu schauen, wie viel Geld dann noch übrig ist, funktioniert nie. Dreh es herum und bezahle Dich selbst zuerst. Die Zahlung an Dich selbst ist das Geld, mit dem Du Deine finanzielle Selbstbestimmung erreichen, mit dem Du Deine Ziele verfolgen und Träume verwirklichen kannst. Es ist die schönste Ausgabe, die Du hast. Nur für Dich. Du wirst diese Ausgabe nie bereuen, nie wegwerfen, und sie wird Dich belohnen, indem sie wächst. 

Aufgabe: Nimm zehn Prozent Deines monatlichen Einkommens am Anfang des Monats und investiere es in etwas, das wachsen wird. (Baue zuerst eine Dreimonatsreserve auf, siehe Regel Nr. 5; für Investitionen siehe Regeln Nr. 10 und 11.)

#5: Lege eine dreimonatige Reserve zurück.

Eine der Fragen in dem von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten Financial Literacy Toolkit lautet wie folgt: Wie viele Tage oder Monate können Sie Ihre Lebenshaltungskosten decken, wenn Sie Ihre Haupteinkommensquelle verlieren, ohne Geld zu leihen oder umzuziehen?“ Es überrascht nicht, wie wenige Menschen in Entwicklungsländern ein oder zwei Monate ohne Einkommen überleben können, aber für mich ist es überraschend, wie wenige Menschen in den Industrieländern über diese Geldreserve verfügen.  

Aufgabe: Lege mit den zehn Prozent, die Du Dir am Anfang des Monats auszahlst, eine Reserve an, die Deine Lebenshaltungskosten für drei Monate deckt. Lege das Geld auf ein Tagesgeldkonto und rühre es nicht an, es sei denn, du verlierst Deine Haupteinnahmequelle (oder die Waschmaschine geht kaputt, aber denk daran, die Reserve dann wieder aufzufüllen).

#6: Mache niemals Konsumschulden. 

Was sind Konsumschulden? Alles, was Du mit Geld kaufst, das Du nicht hast, und das mit der Zeit an Wert verliert. Ja, auch ein Auto. ALLES. Mit anderen Worten: Kaufe niemals etwas auf Kredit. Niemals, nichts. Der einzige Grund, einen Kredit aufzunehmen, sind Investitionen, mit einigen Ausnahmen, zum Beispiel alles an der Börse. Du kannst einen Kredit für ein Haus aufnehmen, in dem Du wohnen möchtest, für eine Wohnung, die Du vermieten möchtest, oder für Dein Business. Informiere Dich aber über Preise und Marktentwicklungen und mache eine realistische Kalkulation, die zu Deinem Einkommen und Budget passt. 

Aufgabe: Solange du Konsumschulden hast, kaufe nichts, sondern zahle die Schulden so schnell wie möglich ab. Dazu gehört auch der Dispo (meist der teuerste Kredit, den Du haben kannst). Kaufe neue Dinge, wenn Du das Geld dafür hast.

#7: Optimiere Deine Ausgaben.

Für mich klingt Geld sparen so, als dürfte ich etwas nicht tun oder haben, was ich gerne tun oder haben möchte. Ich mag das Wort nicht nicht. Zu wissen, was Dich wirklich glücklich macht, wenn Du Geld ausgibst, macht viel mehr Spaß, als sich Dinge nicht zu gönnen. Die Frage ist also nicht: Kann ich mir mit Geld Glück kaufen? Die Frage ist: Wie kann ich mir mit Geld Glück kaufen? Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass es Menschen glücklich macht, Geld für Erfahrungen statt für Dinge, und Geld für andere Menschen auszugeben. Aber die Wissenschaft sagt auch, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. Wir sind Individuen, und uns machen verschiedene Dinge glücklich. Ich liebe Design. Ich kann 180 Euro für eine Vase ausgeben und es macht mich jahrelang glücklich, wann immer ich meine Vase sehe. Die meisten Menschen wären ziemlich unglücklich, wenn sie so viel Geld für eine Vase ausgeben müssten, weil es in ihren Augen die totale Geldverschwendung ist. Sind die Dinge, für die Du Dein Geld ausgibst, die Energie wert, die Du brauchst, um dieses Geld zu verdienen? Finde es heraus!

Aufgabe: Lerne Dein Ausgabeverhalten kennen: Denke an drei Dinge, für die Du in den letzten Monaten Geld ausgeben hast, bei denen Du es im Nachhinein bedauerst, und an drei Dinge, für die Du Geld ausgeben hast, die Dich richtig glücklich gemacht haben. 

#8: Tue nichts, was Du nicht verstehst. Aber tu etwas! Verstehe, was Du tust.  

Verstehst Du Deine Geldprodukte? Versicherungen, Rentenfonds, sonstige Anlagen? Du musst nicht verstehen, wie genau diese Produkte funktionieren. Aber Du musst verstehen, was dabei für Dich herausspringt. Dabei geht es um Zahlen (siehe Regel Nr. 3). Weißt Du, wie hoch die Gebühren sind, die Du für Deine Finanzprodukte bezahlst? Und die Rendite, die Dir bleibt? Hast Du jemals berechnet, wie die Inflationsrate Dein Geld auffrisst, das nicht investiert ist?

Aufgabe: Prüfe alle Geldprodukte, die Du hast, und entscheide dann, ob sie zu Deiner  Lebenssituation passen. Wenn nicht, kündige sie und schließe die richtigen Produkte ab. 

#9: Erhöhe Dein Einkommen.

Werde erfinderisch, um Dein Einkommen zu erhöhen – es ist immer möglich! Wenn Du angestellt bist, bitte um eine Gehaltserhöhung – aber bereite Dich gut auf das Gespräch vor (es gibt jede Menge gut Bücher zum Thema Gehaltsverhandlungen, oder noch besser, bereite das Gespräch mit einer Coach vor). Wenn keine Gehaltserhöhung möglich ist, such Dir einen neuen Job, der besser bezahlt wird. Wenn Du den perfekten Job hast und keine Gehaltserhöhung möglich ist, such Dir einen Nebenjob, verkaufe Sachen bei Ebay, spende Blutplasma usw. Wenn Du selbstständig bist, schaue, wie Du Deinen Service aufwerten und die Preise erhöhen kannst. Wenn Du Geschäftsführerin bist …

Aufgabe: Setze Dir ein finanzielles Ziel – eine Zahl – und schreibe sie auf. Dann fang an darüber nachzudenken, wie Du dieses Ziel erreichen kannst. 

#10: Investiere Geld.

Frauen investieren hauptsächlich aus drei Gründen kein Geld: Sie denken, Geld sei nicht wichtig; sie haben das Gefühl, sie verstehen nichts davon; oder sie haben Angst, Geld zu verlieren. Grund Nummer eins: Du bist hier, weil Geld irgendwie doch wichtig ist, oder? Grund Nummer zwei: Setze die Aufgabe von Regel Nr. 1 um. Grund Nummer drei: Wenn Du nichts tust, verlierst Du Geld, aber ohne die Möglichkeit, Geld zu vermehren. Fang heute damit an, die Grundlagen des Investierens zu lernen. So kompliziert ist es nicht, und es gibt haufenweise Informationen da draußen. Wenn Du es relativ sicher und einfach haben willst, fange mit ETF an.

Aufgabe: Eröffne ein Depot und beginne mit Deinem ersten ETF-Sparplan.

#11: Investiere in Dich selbst.

Der größte Wert ist niemals Geld. Das bist immer Du, es ist Deine Energie, Dein Gehirn, sind Deine Träume und das, was Du der Welt gibst, indem Du diese Träume wahr machst. Investiere also immer in Dich selbst. 

Aufgabe: Gebe 10 Prozent Deines Einkommens für Deine persönliche Entwicklung aus und buche Dein nächstes Verhandlungstraining, eine fachliche Weiterbildung, ein Yoga-Retreat, einen Achtsamkeits-Workshop, eine persönliche Coach – was immer Dich weiterbringt!

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